Skip to content

Fokus

Editorial

Ein Blick auf das Jahr 2025 aus der Perspektive von Hochschulratspräsidentin Bettina Surber und Rektor Horst Biedermann.

Horst Biedermann, Rektor der PHSG und Bettina Surber, Vorsteherin des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen und Präsidentin des Hochschulrates der PHSG.

Wort der Hochschulrats­präsidentin

Die Pädagogische Hochschule St.Gallen ist für Studierende attraktiv: So viele Menschen wie noch nie liessen sich im Jahr 2025 an der PHSG zur Lehrperson der Volksschule ausbilden. Das ist hoch erfreulich, denn obwohl die Schülerzahlen in der Volksschule in naher Zukunft weniger stark zunehmen und mittelfristig stagnieren dürften, bleibt die Situation in Bezug auf den Lehrpersonenmangel vorerst angespannt.

«Absolventinnen und Absolventen der PHSG sind und bleiben auf dem Arbeitsmarkt gefragt.»

Der Kanton St.Gallen muss seit dem Jahr 2023 aufgrund von hohen Bilanzdefiziten seine finanziellen Reserven abbauen. Der Kantonsrat hat deshalb im Jahr 2025 ein Entlastungspaket beschlossen, das bis im Jahr 2029 jährliche Einsparungen im Umfang von 180 Mio. Franken vorsieht. Da der Bildungsbereich einen wesentlichen Anteil am Staatshaushalt des Kantons St.Gallen ausmacht, ist auch die PHSG von Sparmassnahmen betroffen – vorwiegend mit Beginn des neuen Leistungsauftrages ab dem Jahr 2027. Fest steht, dass diese Situation alle Mitarbeitenden der PHSG fordert und auch in Zukunft fordern wird. Der umfassende Beitrag der PHSG zu den kantonalen Sparanstrengungen wird nicht ohne Abbau gewisser Leistungen möglich sein. Beispielsweise wird in der Berufseinführung das bisher kostenlos zugängliche Wahlangebot neu im Rahmen von kostenpflichtigen Weiterbildungen angeboten, zwei Regionale Didaktische Zentren werden in einem Learning Hub zusammengeführt und in der Lehre das selbstorganisierte Lernen ausgebaut. Trotz dieser Massnahmen wird die PHSG aber auch in Zukunft eine qualitativ hochstehende, attraktive Lehrpersonenbildung anbieten und durch gezielten Mitteleinsatz Projekte und Innovationen vorantreiben. Diese werden die Attraktivität der PHSG für Studierende weiter erhöhen und ihre Zukunftsfähigkeit sichern.

Die nachhaltige Entwicklung zählt zu den strategischen Schwerpunkten der PHSG. Im Jahr 2025 kam diesem Thema nicht nur am Hochschultag eine grosse Bedeutung zu, es wurden auch im Hochschulbetrieb und in vielen Projekten sowie in der Lehre wichtige Schritte vorangetrieben. Die PHSG lebt den Nachhaltigkeitsbegriff aus einer ganzheitlichen Perspektive. In der Bildung bedeutet Nachhaltigkeit unter anderem, dass zukünftige Generationen an die Bewältigung globaler Herausforderungen herangeführt werden. Ich wünsche der PHSG viel Erfolg, Bildung auch aus dieser Perspektive immer wieder neu zu denken und den kontinuierlichen Wandel weiter in ihrer Haltung zu verankern.

Regierungsrätin Bettina Surber, Vorsteherin des Bildungsdepartements des Kantons St.Gallen und Präsidentin des Hochschulrates der Pädagogischen Hochschule St.Gallen

Wort des Rektors

Gesellschaftliche und geopolitische Umbrüche infolge der rasanten technologischen Entwicklung, zunehmender Ressourcenknappheit und politischer Veränderungen machen unsere Anstrengungen zum Gelingen der Bildungsprozesse nachfolgender Generationen umso bedeutender. Die Pädagogische Hochschule St.Gallen hat auch 2025 wichtige Schritte vollzogen, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

So startete 2025 die umfassende Überarbeitung aller Studiengänge an der PHSG. Ab dem Studienjahr 2026/2027 werden darauf basierend die neuen Studiengänge im Bereich Sekundarstufe II – Berufsbildung in Kraft treten, welche die Attraktivität der Angebote deutlich stärken:

«Wir wollen die Menschen, die sich für eine Aus- oder Weiterbildung an der PHSG interessieren, bestmöglich abholen und wirksam begleiten – so, dass sie ein Studium an der PHSG mit ihrer aktuellen Lebenssituation in Einklang bringen können.»

Diese Anstrengungen werden wir in den kommenden Jahren fortsetzen. Mit der Studiengangsreform für die Studiengänge der Kindergarten- und Primarstufe sowie der Sekundarstufe I ermöglicht die PHSG den Studierenden neben dem verpflichtenden Teil der Ausbildung die Entwicklung eines individuellen Profils als Lehrperson und wird den unterschiedlichen Werdegängen ihrer Studierenden mit verschiedenen Studienformen noch besser gerecht. Um diese Ziele zu erreichen, setzt die PHSG auf eine weitreichende Flexibilisierung des Studiums, bei welcher neben einem engen Praxisbezug die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der einzelnen Studierenden noch stärker in den Blick genommen werden.

Massgeschneiderten Lösungen für Weiterbildungsteilnehmende, aber auch für Lernende in der Volksschule, kommt auch in unseren Weiterbildungen ein hoher Stellenwert zu: In der neuen «Masterclass im Schloss» vermitteln unsere Expertinnen und Experten praxisnahe Kenntnisse zu digitaler Transformation und Künstlicher Intelligenz in der Bildung an Schulpräsidien, Behördenmitglieder, Schulleitungen und weitere Führungskräfte aus dem Bildungswesen. Die neue Weiterbildungsreihe «Besonderes Verhalten im Schulalltag» hilft Personen aus der Praxis dabei, die individuellen Bedürfnisse von Schülerinnen und Schülern zu verstehen und zu adressieren.

Der Hochschultag mit dem Fokus auf das Thema Nachhaltige Entwicklung zeigte die vielfältigen Initiativen und Projekte der PHSG in diesem Bereich eindrücklich auf. Vorrangiges Ziel der PHSG als Aus- und Weiterbildungsstätte für Lehrpersonen sind eine nachhaltige Lehre und in der Konsequenz ein nachhaltiger Unterricht – eine Schule, die jungen Menschen Kompetenzen vermittelt, die ihnen die fundierte Bewältigung der zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen ermöglicht.

Das vergangene Jahr war für die PHSG auch ein Jahr der Jubiläen. Im Mai wurde das Jubiläumsmusical «Kauf, Mann!» aufgeführt, zum zehnten Mal entdeckten unsere neuen Studierenden am Kulturtag die regionale Kulturszene und die Fachstelle Theater sowie die Fachstelle Demokratiebildung und Menschenrechte feierten ihr zehnjähriges Bestehen – alles Angebote, die sich an der PHSG etabliert und eine nachhaltige Wirkung auf die Studierenden und die Bildungslandschaft in der Ostschweiz entfaltet haben.

Horst Biedermann, Rektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen