Berichtsjahr 2025
Ausbildung
An der PHSG lassen sich so viele Personen wie noch nie zur Lehrperson der Volksschule ausbilden.
Ende 2025 befanden sich an der PHSG 1’344 Studierende in einer Ausbildung zur Lehrperson für die Volksschule. Das ist der höchste Bestand in der Geschichte der PHSG. Im Studiengang Kindergarten- und Primarstufe studierten 739 Studierende, auf Sekundarstufe I 605. In den Studiengängen der Sekundarstufe II – Berufsbildung Betrug der Bestand 105 Personen – da die Diplomstudiengänge Allgemeinbildung sowie Berufskunde derzeit noch im Zweijahresturnus geführt werden, unterliegt die Studierendenzahl grösseren Schwankungen.
Um die Schulen angesichts des Lehrpersonenmangels zu entlasten, gilt an der PHSG nach wie vor eine Lockerung der Präsenzpflicht. Im Frühlingssemester 2025 haben 258 Studierende auf Kindergarten- und Primarstufe sowie 155 Studierende auf Sekundarstufe I von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und Schulen bei personellen Engpässen unterstützt. Im Herbstsemester waren es 265 respektive 225 Studierende.
Praxisnahe Sprachprüfung an der PHSG ablegen
Seit dem Studienjahr 2024/25 ist die Professionelle Sprachprüfung für Lehrpersonen (PROF-L) in den Studiengängen der PHSG als Nachweis der geforderten Sprachkompetenzen in allen Fremdsprachen anerkannt, gleichwertig zu internationalen Sprachdiplomen. 2025 konnte die Prüfung im Rahmen eines Pilots erstmals auch vor Ort abgelegt werden.
Die PROF-L ist eine berufsbezogene Sprachprüfung, die sprachlich-kommunikative Handlungskompetenzen im Kontext des Fremdsprachenunterrichts überprüft. Die PROF-L wird in einer Zusammenarbeit mehrerer Schweizer Hochschulen konzipiert, vorbereitet und unter einer hochschulübergreifenden Prüfungsleitung abgelegt. Sie orientiert sich an den Anforderungen der Schulpraxis und fokussiert typische Unterrichtssituationen, etwa das Beantworten von Fragen, das Erteilen mündlicher oder schriftlicher Anweisungen oder das Korrigieren von Texten. Damit unterscheidet sie sich von internationalen Zertifikaten, die primär allgemeine Sprachkompetenzen ausweisen.
«zusammen:weiterdenken» für diversitätssensible Kompetenzen
Das grenzüberschreitende, hybride Lehrprojekt «zusammen:weiterdenken» wurde von den Pädagogischen Hochschulen St.Gallen und Vorarlberg 2024 als «zusammen:denken» entwickelt und 2025 unter dem neuen Namen umgesetzt. Ziel ist die Stärkung diversitätssensibler Kompetenzen von Lehramtsstudierenden durch strukturierte Reflexion und kritische Reflexivität – insbesondere im Kontext von Fluchtmigration und Inklusion.
Das Projekt umfasste eine Winterschool sowie Selbstlern- und Reflexionsangebote. Ein interdisziplinäres Fachteam – bestehend aus einem Schulsozialarbeiter, einer Psychotherapeutin, einer Mehrsprachigkeitsexpertin, einer Professorin für Berufspädagogik und einer Flucht- und Asylexpertin – begleitete das Projekt. Die Fachleute stammen aus der D-A-CH-Region.
Die umfangreichen Begleitevaluationen ergaben, dass sowohl Studierende als auch Fachpersonen den gemeinsamen interdisziplinären Austausch in einem sicheren Rahmen sehr schätzten. Besonders die vielfältigen Perspektiven förderten die kritische Reflexivität und Sensibilisierung der Studierenden. Das Lehrprojekt wurde vom Wissenschaftsverbund Vierländerregion gefördert.
Brücken bauen zwischen Ausbildung, Forschung und Schule
Im Innovationsprojekt «Brücken bauen zwischen Ausbildung, Forschung und Schule» werden Theorie und schulische Praxis in der Entwicklungspsychologie eng miteinander verbunden. Zur Vorlesung Entwicklungspsychologie im Studiengang Kindergarten- und Primarstufe entsteht ein freiwilliges, digitales Vertiefungsangebot. Kern des Projekts sind Interviews mit Personen aus unterschiedlichen Praxisfeldern und Fallbeispiele, die aufzeigen, wie entwicklungspsychologisches Wissen im Berufsalltag konkret genutzt wird.
Die Ergebnisse des Projekts werden ab dem Frühlingssemester gezielt in die Lehre eingebunden. Die Interviews sollen sowohl als Video- beziehungsweise Audioformate als auch in kurzen Textbeiträgen zur Verfügung gestellt werden. So entsteht eine nachhaltige, praxisnahe Lernressource, die es Studierenden ermöglicht, entwicklungspsychologische Theorie lebendig, relevant und berufsnah zu erleben.
Prüfungsvorbereitung mit der Lern-App
Die Lern-App «Brian» erstellt Übungsfragen für die Prüfungsvorbereitung von Studierenden. Es können Präsentationen aus Vorlesungen und Seminaren oder Fach- und Forschungstexte hochgeladen werden, worauf die App komplexe Fragen im Single- oder Multiple-Choice-Format ausgibt. Brian ist attraktiv und einfach gestaltet, kann auch als Quiz gespielt werden und wird von den Studierenden sehr geschätzt. Nach der Einführung in der Vorlesung Entwicklungspsychologie auf Kindergarten- und Primarstufe wird Brian seit dem Herbstsemester 2025 auch in den Modulen Lernpsychologie, Lern- und Verhaltensschwierigkeiten sowie in mehreren Modulen der Quereinsteigenden-Studiengruppe erfolgreich eingesetzt.



Europäischer Tag der Sprachen
Das Institut für Sprachliche und Literarische Bildung (ISLB-PHSG) nahm den Europäischen Tag der Sprachen am 26. September zum Anlass, im Modul Fremdsprachendidaktik im 7. Semester des Studiengangs Sekundarstufe I die sprachliche Vielfalt in den Fokus zu stellen. In der Modulveranstaltung wurden Materialien und Anregungen zu Sprache und Mehrsprachigkeit erprobt, darunter ein Sprachquiz, Sprach-Trivia sowie interkulturelle Aktivitäten. Zudem stellten einzelne Studierende ihre Herkunftssprache(n) vor und teilten persönliche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit.
Der Europäische Tag der Sprachen wird seit 2001 auf Initiative des Europarates gefeiert. Die Schweiz engagiert sich im Bereich der sprachlichen Bildung im Rahmen des Europarates insbesondere über das Europäische Fremdsprachenzentrum (ECML). Prof. Wilfrid Kuster (ISLB-PHSG) ist seit 2023 im Auftrag der EDK für die nationale Koordination sowie die Information und Verbreitung von ECML-Aktivitäten zuständig. Der Europarat ermutigt rund 700 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus 46 Mitgliedstaaten, in jedem Alter mehrere Sprachen zu erlernen. Mehrsprachigkeit wird dabei als wesentlicher Beitrag zur demokratischen Teilhabe, zum interkulturellen Verständnis und als Bestandteil des kulturellen Erbes Europas verstanden. Diese Zielsetzung ist für die Ausbildung zukünftiger Lehrpersonen von grosser Relevanz und spiegelte sich im diesjährigen Motto – «Sprachen öffnen Herz und Geist» – wider.