Leistungsbereiche
Ausbildung
In der Ausbildung wurde die Flexibilisierung der Studienangebote weiter vorangetrieben. Das ermöglicht Studierenden mit den unterschiedlichsten Lebensentwürfen Zugang zum Studium.
Dozierende und Lehrbeauftragte konnten durch ihr Engagement und ihren aktiven Beitrag zur Entwicklung der Studiengänge die Qualität der Ausbildung auch im Jahr 2023 sicherstellen. Den Herausforderungen im schulischen Bereich begegnete der Leistungsbereich Ausbildung mit Kreativität und Lösungsorientierung. Als unmittelbarer wirksamer Beitrag zur Linderung des Lehrpersonenmangels steht allen Studierenden die Möglichkeit offen, sich für Stellvertretungen von ihrer Anwesenheitspflicht befreien zu lassen. Mittelfristig wurden neue Studienprogramme entwickelt und im Berichtsjahr erfolgreich eingeführt, wie der Master Sek I auf Basis eines Fachbachelors oder der Master Sek I und Maturitätsschulen auf Basis eines Fachmasters. Im Jahr 2023 wurden auch die mit hohen Erwartungen angekündigten Studienprogramme für Quereinsteigende entwickelt und beworben, die ab dem Herbstsemester 2024 angeboten werden. Mit diesen Ansätzen zur Flexibilisierung der Studiengänge wurde 2023 die Grundlage für die zukünftig notwendigen Entwicklungen in der Ausbildung gelegt.
Eine zusätzliche Praktikumswoche im Praktikum 4
Im Rahmen des Studiums an der PHSG absolvieren Studierende des Studiengangs Kindergarten- und Primarstufe sieben Praktika. In diesem Jahr wurde das Praktikum 4 im Oktober und November erstmals um eine Woche verlängert. Die Befragung nach dem Praktikum zeigte, dass die Umsetzung der Praktikumsaufträge dadurch für die Mehrheit der Praktikumslehrpersonen und Studierenden mit weniger Zeitdruck verbunden war. Damit ist das wesentliche Ziel dieser Praktikumsverlängerung erreicht.
Neues Freifach «Auffrischung Schulmathematik»
Im Frühlingssemester 2023 wurde erstmals bei allen Studierenden des ersten Semesters eine Standortbestimmung durchgeführt. Dabei wurden die mathematischen Kompetenzen im Bereich Zahl und Variable überprüft. Das Fehlen grundlegender Fachkenntnisse kann die Fähigkeit beeinträchtigen, fachdidaktischen Themen zu folgen und später qualitativ hochwertigen Mathematikunterricht anzubieten. Aus diesem Grund wurde das Freifach «Refresher Schulmathematik Zyklus 1+2» entwickelt und Studierenden empfohlen, bei denen in der Standortbestimmung Defizite festgestellt wurden. Gleichzeitig konnten sich auch Studierende des dritten und fünften Semesters für dieses Freifach anmelden, was rege genutzt wurde.
Das Ziel des Freifachs ist, dass die Studierenden ihre mathematischen Kompetenzen auf Primarschulniveau auffrischen und vertiefen, Aufgaben stufengerecht lösen und Lösungswege adäquat darstellen können. Zudem sollen die Studierenden Verantwortung für ihren eigenen Lernprozess übernehmen und gezielt an ihren Schwächen arbeiten, um das Selbstvertrauen in ihre fachlichen Mathematikkompetenzen zu stärken.
Master Sekundarstufe I auf Basis eines Fachbachelors und Master Sekundarstufe I und Maturitätsschulen auf Basis eines Fachmasters erfolgreich gestartet
Im September haben 20 Studierende im Rahmen des neuen Masterprogramms ihr Studium aufgenommen. Das Präsenzstudium findet wöchentlich jeweils an einem Blocktag sowie einem Praxistag mit einer engen Verzahnung von Theorie und Praxis statt. Die erziehungswissenschaftlichen Studieninhalte wurden so gestaltet, dass für jede Kernpraktik ein Zyklus aus fokussierter Hospitation im Schulfeld, der anschliessenden Anreicherung mit wissenschaftsbasiertem Wissen an der PHSG, der Erprobung während der Praxistage und anschliessender Auswertung durchlaufen wird.
Die Studierenden haben sich mit einem überdurchschnittlichen Engagement auf das neue Lernangebot eingelassen. In den Evaluationen bildet sich eine hohe Zufriedenheit mit dem Studiengang ab. Besonders positiv wird die Atmosphäre an den Blocktagen, der Austausch mit der Gruppe und den Dozierenden sowie die zusammenhängende Konzeption von Block- und Praxistagen beurteilt. Wichtiges Optimierungspotential hinsichtlich organisatorischer Rahmenbedingungen wurde ebenfalls aufgezeigt. Gesamthaft geben die Studierenden eine hohe Motivation für das weitere Studium an und sind mit guten Voraussetzungen auf ihrem Weg zur Professionalisierung unterwegs.
Zum Masterstudium Sek I auf Basis eines Fachbachelors
Zum Masterstudium Sek I und Maturitätsschulen auf Basis eines Fachmasters
Theaterpädagogik Sek I: Dritte Räume
Der Workshop «Dritte Räume» war die dritte Zusammenarbeit der Fachstelle Theater der Pädagogischen Hochschule St.Gallen mit den Kulturkosmonauten. Der Dritte Raum ist nach dem Theoretiker Homi K. Bhabha ein Austragungsort, der entsteht, wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammentreffen, über Bedeutungen und Inhalte diskutieren und ganz neue Inhalte und Perspektiven schaffen. Ziel des Workshops war es, sowohl angehenden Lehrpersonen der Sek I als auch den Kulturkosmonauten die Möglichkeit zu bieten, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, einander in der Theaterarbeit auf Augenhöhe zu begegnen und voneinander zu lernen. Dabei wurde eine Geschichte partizipativ erarbeitet und vor Publikum aufgeführt. Der Prozess bot vielfältige Möglichkeiten, die Future Skills Kommunikation, Kollaboration, Kritikfähigkeit, Kreativität, eine positive Fehlerkultur sowie Sprach- und Auftrittskompetenzen zu üben. Die während einer Woche entstandenen theatralen Bausteine mündeten schliesslich in einer partizipativen Ausstellung im Jugendkulturraum Flon, welche das Publikum herausforderte, seine eigenen «Dritten Räume» zu entdecken. Dabei wurden sich immer wandelnde Kunstwerke aus persönlichen Gegenständen von Publikum und Teilnehmenden geschaffen, Begegnungen getanzt und eigens geschaffene Texte vorgelesen, womit der Raum als Kollektiv bespielt wurde.
Adventskonzert in der Kirche Linsebühl
Anlässlich des PHSG-Adventskonzerts war die Kirche Linsebühl bis auf den letzten Platz besetzt. Mit 70 Sängerinnen und Sängern sowie Musikantinnen und Musikanten war die Zahl der Mitwirkenden aussergewöhnlich gross. Das diesjährige Konzert war ein Gemeinschaftsprojekt von Studierenden und Dozierenden der Studiengänge Sek I und Kindergarten- und Primarstufe. Ausserdem spielten im Orchester auch ehemalige Studierende, Externe sowie Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule am Burggraben mit.




Ausstellung «Rassismuskritisches Glossar»
In den Hochschulgebäuden Hadwig, Gossau sowie Mariaberg präsentierte sich die Wanderausstellung «Rassismuskritisches Glossar». Die Vernissage fand am 21. März im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe «Focus PHSG: Rassismuskritik und Schule, Ohnmachten und Handlungsperspektiven» statt. Die 26 druckgrafischen Umsetzungen wurden im Frühlingssemester von den Studierenden mit der Fächerwahl Bildnerisches Gestalten im 6. Semester erarbeitet. Jeder Buchstabe des Alphabets repräsentiert in Bild und Wort einen Begriff, welcher sich inhaltlich an das Buch «Ein rassismuskritisches Alphabet» von Tupoka Ogette anlehnt.
Rezertifizierungen und Neuakkreditierung
Die fünf Studiengänge der Sekundarstufe Sek II – Berufsbildung richten sich an Lehrpersonen für Berufskunde, an höheren Fachschulen, in überbetrieblichen Kursen, für allgemeinbildenden Unterricht und für Sport. Im Zentrum standen 2023 die Vorbereitungsarbeiten für das Akkreditierungsverfahren aller Studiengänge durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI). Neu zu akkreditieren sind die Diplomstudiengänge überbetriebliche Kurse und Lehrwerkstätten sowie Sport. Mit dem Inkrafttreten der neuen Organisationsstruktur per 1. September 2023 wurden die Studiengänge ins Institut Berufsbildung integriert. Dies führt zu kurzen Wegen zwischen allen vier Leistungsbereichen.
OKB Symposium
Am Symposium des Ostschweizer Kompetenzzentrums für Berufsbildung (OKB) diskutierten Anfang Dezember rund 380 Fachpersonen über die Beziehung zwischen Lernenden und Berufsbildenden. Organisiert wurde der Anlass von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, dem Zentrum für berufliche Weiterbildung und dem Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen.
Künstliche Intelligenz in der Ausbildung
ChatGPT und ähnliche Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) beeinflussen die Bildungs- und Berufswelt stark, was Hochschulen und Schulen enorm herausfordert. KI-gestützte Sprachmodelle, welche Texte erzeugen, sind ein fester Bestandteil der Bildungspraxis geworden.
Im Fachbereich Medien und Informatik wurden KI-Themen forciert, wobei Technologie-, Anwendungs- und gesellschaftlich-kulturelle Perspektiven berücksichtigt wurden. Im Studiengang KGPS wurde das Technologieverständnis unter anderem mit «AI unplugged» gefördert, das Aktivitäten bereitstellt, um die Ideen und Konzepte der Informatik ohne Computer zu ergründen. Die Aktivitäten beleuchten wichtige Konzepte des Themas KI und ermöglichen es, der Künstlichen Intelligenz zugrunde liegende Ideen zielgruppengerecht zu vermitteln. Studierende im Studiengang Sek I beschäftigten sich derweil mit anspruchsvollen KI-Programmieraufgaben. Der Einsatz von Chatbots wurde in beruflichen Kontexten geübt, begleitet von Diskussionen über KI-Einflüsse auf den Lehrberuf und die Arbeitswelt.
Das Thema KI wird auch für jüngere Kinder relevant, wie das neu erschienene Bilderbuch «Menschine» des Lehrmittelverlags St.Gallen und des Autors Konstantin Papageorgiou, Mitarbeiter am Institut Digitale und Informatische Bildung, zeigt. Es fördert die Kompetenz im Umgang mit KI auf altersgerechte Weise.
Neue Studiengänge für Quereinsteigende
Seit Oktober können sich Interessierte für die neuen Studiengänge für Quereinsteigende anmelden, die im Herbstsemester 2024 starten. Sie führen zum Lehrdiplom für die Kindergarten- und Primarstufe oder für die Oberstufe und richten sich an Personen, die über 27 Jahre alt sind, über einen Hochschulabschluss oder eine gleichwertige Ausbildung verfügen und bereits Berufserfahrung haben.
Im KGPS-Studium werden für Vorleistungen 60 ECTS-Punkte angerechnet, womit sich die Studiendauer auf zwei Jahre verkürzt. Im 2. Studienjahr arbeiten die Studierenden eng begleitet in einem Pensum von 40 bis 50 Prozent in einem Kindergarten oder an einer Primarschule. Anstellungsverhältnisse können von Studierenden im Tandem kombiniert werden. An den drei Informationsveranstaltungen war grosses Interesse an dieser Studienform zu spüren.
Der Studiengang für Quereinsteigende auf Sekundarstufe I kann von Beginn an berufsbegleitend absolviert werden. Ab dem 2. Studienjahr nehmen die Studierenden eine begleitete Teilzeitanstellung an einer Oberstufenschule an. Bereits erbrachte Studienleistungen können angerechnet werden, wodurch sich der Studienumfang reduziert. Die Dauer des Studiums hängt vom Umfang der Berufstätigkeit während des Studiums ab. In der Regel wird das Studium zwischen 9 und 13 Semester dauern.
Das Ziel beider Studiengänge ist eine enge Verknüpfung des Studiums mit der Berufstätigkeit, damit die Studierenden vom starken Praxisbezug profitieren können. Die neuen Studienformen sind eine mittelfristige Massnahme gegen den Mangel an Lehrpersonen. Damit wird Menschen mit unterschiedlichen Bildungshintergründen und in verschiedenen Lebenssituationen das Studium an der PHSG ermöglicht.